Affiliate-Marketing
Redaktionell geprüft von der Arbeitsamt.info-Redaktion | Aktualisiert: 2026-06-01 | Lesezeit: ca. 8 Minuten
Das Wichtigste auf einen Blick
- Affiliate-Marketing funktioniert über Tracking-Links mit Cookie-Laufzeiten bis zu 90 Tagen — Publisher erhalten Provisionen per Pay-per-Sale, Pay-per-Lead oder Pay-per-Click.
- Als Affiliate-Manager/in verdienen Einsteiger 35.000–45.000 € brutto pro Jahr; Selbstständige mit hoher Reichweite können 5.000–20.000 € im Monat erzielen.
- Weiterbildungen zum Online-Marketing-Manager können über § 81 SGB III mit einem Bildungsgutschein bis zu 100 % gefördert werden.
- Die Kennzeichnungspflicht nach UWG und die DSGVO-Einwilligungspflicht für Cookies sind rechtlich bindend — Verstöße kosten bis zu 20 Mio. €.
Hinter dem Begriff Affiliate-Marketing (engl. „sich angliedern“ bzw. „sich anschließen“) verbirgt sich ein Partnerprogramm für effektives Werben im World Wide Web.
Das Prinzip des Affiliate Marketings ist denkbar einfach:
Auf der einen Seite steht das Unternehmen (= Advertiser), welches seine Produkte oder Dienstleistungen auf einer thematisch passenden privaten oder kommerziellen Website bewerben möchte. Auf der anderen Seite steht der Betreiber einer Website (= Affiliate), der den direkten Kontakt zum (potentiellen) Endkunden herstellt und dafür mit einer Provision belohnt wird. Damit diese beiden Parteien zueinander finden, gibt es die sogenannten „Affiliate-Netzwerke“ (z.B. zanox, TradeTracker, affilinet) oder Partnerprogramme wie z.B. Google AdSense.
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Wie Affiliate-Marketing funktioniert: Ablauf Schritt für Schritt
Kurz gesagt: Affiliate-Marketing funktioniert über Tracking-Links, die ein Publisher auf seiner Website einbindet. Klickt ein Kunde darauf und kauft ein Produkt, erhält der Publisher eine Provision. Der Tracking-Cookie läuft meist 30 bis 90 Tage.
Der Ablauf ist technisch überschaubar. Ein Publisher meldet sich bei einem Affiliate-Netzwerk wie Awin oder TradeTracker an, wählt eine Kampagne eines Unternehmens aus und erhält einen individuellen Affiliate-Link. Diesen Link baut er in seine Website, seinen Blog oder seine Social-Media-Kanäle ein. Besucht ein Nutzer die Seite, klickt auf den Link und kauft das beworbene Produkt oder eine Dienstleistung, wird das via Cookie registriert. Der Affiliate erhält Provision.
Die Abrechnung läuft nach drei Modellen. Pay-per-Sale zahlt 5–20 % des Umsatzes pro Verkauf. Pay-per-Lead zahlt 1–10 € für eine qualifizierte Kontaktanfrage. Pay-per-Click zahlt 0,01–0,50 € pro Klick, unabhängig vom Kaufabschluss. Welches Modell ein Unternehmen anbietet, hängt vom Produkt und dem jeweiligen Partnerprogramm ab. Affiliates sollten vor der Anmeldung prüfen, welches Modell zur eigenen Reichweite und Zielgruppe passt.
Für den Einstieg brauchen Sie keine formale Qualifikation. Kenntnisse in SEO, Onlinemarketing und Webdesign sind aber ein klarer Vorteil. Domain und Hosting kosten rund 50–200 € im Jahr. Tracking-Software wie Post Affiliate Pro schlägt mit 100–500 € jährlich zu Buche. Innerhalb von 4 Wochen nach Registrierung beim Netzwerk können Sie Ihren ersten Affiliate-Link schalten. Mehr zum Berufsbild finden Sie im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit unter Berufscode 132516.
Mit Affiliate-Marketing Geld verdienen: Realistische Zahlen
Kurz gesagt: Einsteiger verdienen selbstständig im Schnitt 1.000–3.000 € netto pro Monat. Wer eine Reichweite von über 50.000 Besuchern pro Monat aufgebaut hat, kann 5.000–20.000 € erzielen. Als angestellter Affiliate-Manager sind 35.000–45.000 € brutto zum Einstieg realistisch.
Wie viel Geld Sie mit Affiliate-Marketing verdienen, hängt direkt von Ihrer Reichweite und dem gewählten Provisionsmodell ab. High Ticket Affiliate Marketing ist besonders lukrativ: Bei Software oder Finanzprodukten zahlen Unternehmen bis zu 500–2.000 € pro Verkauf. Das setzt voraus, dass Ihre Website oder Ihr Kanal die passende Zielgruppe anspricht und das Vertrauen der Kunden genießt.
Wer Affiliate-Marketing als angestellter Affiliate-Manager/in betreibt, bekommt zum Einstieg 35.000–45.000 € brutto pro Jahr. Mit 3–5 Jahren Erfahrung steigt das Gehalt auf 50.000–70.000 €. In Großstädten wie Berlin oder München kommen 10–20 % obendrauf. Aktuelle offene Stellen gibt es laut BA-Bewerberbörse zum Beispiel in Ulm und Stuttgart.
Für Influencer bietet Affiliate-Marketing eine direkte Monetarisierung ihrer Reichweite. Provisionen laufen via Instagram oder TikTok, ohne eigene Website. Was Is Affiliate Marketing for Influencers? Im Kern ist es dasselbe Modell — Empfehlung gegen Provision. Der Unterschied liegt im Kanal: statt Website ein Social-Media-Profil. Gehaltsdaten stammen aus dem BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (Stand 2026).
Weiterbildung zum Affiliate-Manager/in: Kosten und Förderung
Kurz gesagt: Ein IHK-Zertifikat kostet 3.000–6.000 €, ein Fernlehrgang 2.500–4.500 €. Wer arbeitslos oder arbeitssuchend ist, kann die Kosten über § 81 SGB III mit einem Bildungsgutschein bis zu 100 % fördern lassen.
Es gibt drei typische Wege zur Qualifikation. Das IHK-Zertifikat „Online-Marketing-Manager/in“ mit Affiliate-Modul dauert 3–6 Monate in Vollzeit oder 6–12 Monate in Teilzeit und kostet 3.000–6.000 €. Ein Fernlehrgang über Anbieter wie DEKRA oder ILS läuft 6–12 Monate und kostet 2.500–4.500 €. Wer schnell starten will, wählt ein Bootcamp: 4–8 Wochen, 1.500–3.000 €, BA-anerkannte Anbieter wie meinNOW bieten das Angebot-Nr. 125464963 an.
Die Förderung über § 81 SGB III greift, wenn die Weiterbildung arbeitsmarktrelevant ist. Das ist bei Online-Marketing-Manager/in im E-Commerce-Bereich oft der Fall. Voraussetzung ist ein persönliches Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit. Die Förderquote liegt bei bis zu 100 % der Kurskosten, maximal 10.000–15.000 € je nach Bundesland. Die Maßnahme darf bis zu 24 Monate laufen.
ALG-II-Empfänger können den Bildungsgutschein über das Jobcenter beantragen. Relevant ist dabei § 16b SGB II, der die Förderung von Selbstständigkeitsvorbereitung ermöglicht und sich mit dem Bildungsgutschein kombinieren lässt. Die aktuelle Weiterbildungssuche der BA finden Sie hier: Förderfähige Kurse zum Online Marketing Manager bei der Bundesagentur für Arbeit.
Affiliate-Marketing starten ohne Reichweite: So geht der Einstieg
Kurz gesagt: Auch ohne bestehende Reichweite können Sie Affiliate-Marketing starten. Domain und Hosting kosten ab 50 €, die Registrierung bei Netzwerken ist kostenlos. Der erste Link geht innerhalb von 4 Wochen online.
Affiliate-Marketing starten ohne Reichweite bedeutet: zuerst Infrastruktur aufbauen, dann Reichweite aufbauen. Wählen Sie ein Thema, das zu Ihnen passt und wo Sie Kunden beraten können. Richten Sie eine Website ein. Domain und Hosting kosten zusammen ca. 50–200 € pro Jahr. Danach melden Sie sich bei einem Netzwerk wie Awin oder TradeTracker an und wählen ein Partnerprogramm.
Reichweite kommt durch SEO-optimierten Content, der echte Fragen von Kunden beantwortet. Wer auf Longtail-Keywords setzt, kann auch mit einer kleinen Website relevante Besucher finden. Das dauert — erste nennenswerte Einnahmen sind nach 3–6 Monaten realistisch. Wer schneller will, schaltet bezahlte Werbung, das erhöht aber die Anfangskosten.
Das Provisionsmodell beeinflusst Ihre Strategie direkt. Pay-per-Lead mit 1–10 € pro Kontaktanfrage ist für neue Affiliates oft einfacher zu erreichen als ein vollständiger Verkauf. Pay-per-Sale mit bis zu 20 % des Umsatzes bringt mehr pro Transaktion, erfordert aber höheres Vertrauen der Kunden. Wählen Sie das Modell, das zu Ihrer aktuellen Reichweite passt.
Rechtliche Grundlagen im Affiliate-Marketing
Kurz gesagt: Affiliate-Links müssen als Werbung gekennzeichnet sein. Die DSGVO verlangt eine Einwilligung für Tracking-Cookies. Provisionen sind als Gewerbeeinkünfte nach § 15 EStG zu versteuern — ab 22.000 € Umsatz gilt die Umsatzsteuer nach § 19 UStG.
Wer Affiliate-Marketing betreibt, muss drei Rechtsbereiche kennen. Erstens: Das UWG verpflichtet nach § 5 zur Kennzeichnung von Werbelinks. Schreiben Sie „Werbung“ oder „Anzeige“ gut sichtbar neben jeden Affiliate-Link. Fehlt das, drohen Abmahnungen. § 8 UWG regelt die Unterlassungsansprüche bei Verstößen. Das gilt für Websites, Blogs und Social-Media-Posts gleichermaßen.
Zweitens: Die DSGVO (EU 2016/679) verlangt eine aktive Einwilligung der Nutzer für das Cookie-Tracking. Affiliate-Links funktionieren über Cookies mit Laufzeiten von bis zu 90 Tagen. Ohne rechtssicheres Consent-Management riskieren Sie Bußgelder bis zu 20 Mio. €. Ein sauberes Cookie-Banner ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht.
Drittens: Steuerlich laufen Affiliate-Provisionen als Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG. Solange Ihr Jahresumsatz unter 22.000 € bleibt, greift die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG — Sie stellen keine Umsatzsteuer in Rechnung. Darüber hinaus berechnen Sie 19 % Umsatzsteuer auf jede Provision. Den Gesetzestext zu § 81 SGB III und weiteren relevanten Paragrafen finden Sie auf gesetze-im-internet.de.
Affiliate-Netzwerke und Partnerprogramme im Überblick
Kurz gesagt: Die größten Netzwerke in Deutschland sind Awin, TradeTracker, Webgains und SuperClix mit zusammen über 10.000 Advertisern. Daneben bieten Amazon Associates und das Otto Partnerprogramm direkte Einstiege ohne Netzwerk-Umweg.
Affiliate-Netzwerke sind die Schaltzentrale zwischen Unternehmen und Affiliates. Sie bündeln Angebote, stellen Tracking-Infrastruktur bereit und wickeln die Provisionszahlung ab. Awin (ehemals Zanox) ist das größte Netzwerk in Deutschland. TradeTracker, Webgains und SuperClix bieten Alternativen mit unterschiedlichen Schwerpunkten — von Mode bis Software.
Für Einsteiger sind direkte Partnerprogramme wie Amazon Associates sinnvoll. Der Einstieg ist unkompliziert, die Produktauswahl riesig. Die Provision liegt je nach Kategorie zwischen 1 % und 10 % pro Verkauf. Das Otto Partnerprogramm bietet ähnliche Strukturen für den deutschen Markt. Der Nachteil beider Direktprogramme: Sie sind an einen einzigen Advertiser gebunden.
Wer mehrere Produkte und Dienstleistungen verschiedener Unternehmen bewerben will, fährt mit einem Netzwerk besser. Dort finden Publisher hunderte Kampagnen in einem Dashboard. Die Abrechnung läuft zentral, der Vergleich verschiedener Angebote ist direkt möglich. Nutzen Sie BERUFENET, um zu prüfen, welche Qualifikationen Advertiser aktuell von angestellten Affiliate-Managern erwarten: BERUFENET Berufsprofile der Bundesagentur für Arbeit.
Weiterführende Informationen
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz informiert über rechtliche Rahmenbedingungen für Online-Geschäftsmodelle und Selbstständigkeit: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt einen Überblick über geförderte Weiterbildungswege im digitalen Marketing: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag informiert über IHK-Zertifikate im Online-Marketing, die als Qualifikationsgrundlage für Affiliate-Manager/innen anerkannt sind: Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK).
Was ist Affiliate-Marketing?
Affiliate-Marketing ist ein performancebasiertes Online-Marketingmodell. Ein Publisher bewirbt Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens über einen Tracking-Link. Kauft ein Kunde über diesen Link, erhält der Publisher eine Provision. Das Tracking läuft über Cookies mit bis zu 90 Tagen Laufzeit.
Wie viel Geld kann man mit Affiliate-Marketing verdienen?
Einsteiger verdienen im Schnitt 1.000–3.000 € netto pro Monat. Top-Performer mit über 50.000 Besuchern monatlich erzielen 5.000–20.000 €. Als angestellter Affiliate-Manager liegt das Einstiegsgehalt bei 35.000–45.000 € brutto pro Jahr.
Kann man Affiliate-Marketing über den Bildungsgutschein fördern lassen?
Ja. Über § 81 SGB III können Arbeitslose und Arbeitssuchende eine Weiterbildung zum Online-Marketing-Manager/in mit Affiliate-Modul bis zu 100 % gefördert bekommen. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit. Die maximale Förderhöhe liegt je nach Bundesland bei 10.000–15.000 €.
Muss ich Affiliate-Links kennzeichnen?
Ja. Nach § 5 UWG sind Affiliate-Links als „Werbung“ oder „Anzeige“ zu kennzeichnen. Fehlt die Kennzeichnung, drohen Abmahnungen. Das gilt für Websites, Blogs und Social-Media-Posts.
Ab wann muss ich als Affiliate Umsatzsteuer zahlen?
Bis 22.000 € Jahresumsatz greift die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG — keine Umsatzsteuer. Ab dieser Grenze berechnen Sie 19 % Umsatzsteuer auf Provisionen. Alle Einnahmen laufen steuerlich als Gewerbeeinkünfte nach § 15 EStG.
Welche Affiliate-Netzwerke gibt es in Deutschland?
Die wichtigsten Netzwerke sind Awin (ehemals Zanox), TradeTracker, Webgains und SuperClix. Daneben bieten Amazon Associates und das Otto Partnerprogramm direkte Einstiege. Die Netzwerke bündeln über 10.000 Advertiser-Kampagnen auf einer Plattform.
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